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Professionelle Bildbearbeitung in der Fotografie: Vom Shooting zum fertigen Bild

Professionelle Fotografie endet nicht mit dem Drücken des Auslösers. Ein wesentlicher Teil des fotografischen Prozesses beginnt erst nach dem Shooting: Die Auswahl, Entwicklung und professionelle Bearbeitung der aufgenommenen Bilder. Erst durch eine sorgfältige Nachbearbeitung entsteht aus einer schon guten Aufnahme ein stimmiges und hochwertiges Endergebnis.

Für meine Bildbearbeitung arbeite ich hauptsächlich mit Adobe Lightroom Classic und Adobe Photoshop. Dabei geht es nicht darum, Bilder künstlich wirken zu lassen oder sie stark zu verändern. Vielmehr werden Farben, Kontraste, Belichtung und Details gezielt optimiert, damit die Aufnahmen natürlich, hochwertig und über eine gesamte Bildserie hinweg konsistent wirken.

Gerade in der Business-, Event- und Unternehmensfotografie ist eine einheitliche Bearbeitung entscheidend. Die einzelnen Aufnahmen sollen nicht für sich alleine funktionieren, sondern gemeinsam eine zusammenhängende Bildwelt ergeben.

Die Bildauswahl als erster Schritt

Nach einem Shooting entstehen häufig deutlich mehr Aufnahmen, als später tatsächlich benötigt werden. Deshalb beginnt die Postproduktion zunächst mit dem sogenannten Culling, also der professionellen Selektion des aufgenommenen Bildmaterials.

Dabei werden unter anderem Schärfe, Bildkomposition, Ausdruck, Perspektive, Licht und mögliche Doppelungen berücksichtigt. Technisch oder gestalterisch schwächere Aufnahmen werden aussortiert und ähnliche Bildsituationen auf die stärksten Varianten reduziert.

Das Ziel ist nicht, möglichst viele Bilder zu liefern, sondern eine qualitativ hochwertige Auswahl zusammenzustellen, welche das Shooting möglichst vielseitig und vollständig widerspiegelt.

Einfache Bildauswahl mit Moodcase.io

Für die Präsentation und Auswahl des Bildmaterials nutze ich Moodcase.io. Die Vorauswahl wird dem Kunden über eine übersichtliche Online-Galerie zur Verfügung gestellt. Dadurch können die Aufnahmen direkt im Browser betrachtet und die gewünschten Bilder unkompliziert ausgewählt werden.

Gerade bei umfangreicheren Shootings vereinfacht dieser Workflow den gesamten Auswahlprozess. Anstatt Bildnummern per E-Mail, Excel-Liste oder Screenshot auszutauschen, können Favoriten direkt innerhalb der Galerie markiert werden sowie auch Kommentare hinzugefügt werden.

Der Kunde erhält dadurch einen schnellen Überblick über das gesamte relevante Bildmaterial und kann seine Auswahl unabhängig von Ort und Gerät treffen. Gleichzeitig werden Missverständnisse bei Bildnummern vermieden und der anschliessende Bearbeitungsprozess kann effizienter gestartet werden.

RAW-Entwicklung in Adobe Lightroom Classic

Nach der Auswahl beginnt die eigentliche Bildentwicklung. Fotografiert wird im RAW-Format, wodurch deutlich mehr Bildinformationen erhalten bleiben als bei einem bereits kameraintern entwickelten JPEG. Dadurch lassen sich Belichtung, Weissabgleich, Tonwerte und Farben in der Nachbearbeitung wesentlich präziser steuern.

In Lightroom erfolgt die grundlegende RAW-Entwicklung. Dazu gehören unter anderem die Anpassung von Belichtung, Kontrast, Lichtern und Tiefen sowie die Feinabstimmung des Weissabgleichs und der Farbwiedergabe.

Auch Objektivkorrekturen, perspektivische Anpassungen, lokale Maskierungen, Rauschreduzierung und die Optimierung der Bildschärfe gehören je nach Aufnahme zum Bearbeitungsprozess.

Besonders wichtig ist dabei die Farbkonsistenz innerhalb einer gesamten Bildserie. Unterschiedliche Lichtquellen, Tageslicht, Kunstlicht oder wechselnde Aufnahmesituationen können zu verschiedenen Farbtemperaturen führen. Diese Unterschiede werden in der Entwicklung gezielt ausgeglichen, damit am Ende eine harmonische und einheitliche Bildsprache entsteht.

Detailretusche in Adobe Photoshop

Nicht jede Bearbeitung lässt sich vollständig in Lightroom umsetzen. Für aufwendigere Retuschen und gezielte Detailkorrekturen kommt deshalb Photoshop zum Einsatz.

Je nach Aufnahme können beispielsweise störende Elemente entfernt, Hautpartien dezent retuschiert, Hintergründe bereinigt oder einzelne Bildbereiche präzise angepasst werden. Techniken wie Ebenen, Masken, selektive Korrekturen oder Frequenztrennung ermöglichen dabei eine kontrollierte und nicht-destruktive Bearbeitung.

Besonders bei Portraits ist eine natürliche Retusche wichtig. Kleine Hautunreinheiten oder temporäre Auffälligkeiten können reduziert werden, während Hautstruktur, Gesichtszüge und individuelle Merkmale erhalten bleiben.

Das Ziel einer professionellen Retusche ist nicht, dass man die Bearbeitung erkennt. Das fertige Bild soll hochwertiger und ruhiger wirken, gleichzeitig aber glaubwürdig und authentisch bleiben.

Natürlichkeit statt übertriebener Bearbeitung

Eine starke Bildbearbeitung bedeutet nicht automatisch eine sichtbare Bildbearbeitung. Gerade in der professionellen Fotografie ist Zurückhaltung häufig entscheidend.

Zu starke Hautglättung, unnatürliche Farben, übertriebene Kontraste oder eine zu intensive Schärfung können schnell künstlich wirken. Eine professionelle Bearbeitung unterstützt deshalb die vorhandene Aufnahme, anstatt sie vollständig zu verändern.

Farben sollen realistisch bleiben, Hauttöne natürlich wirken und Lichtstimmungen möglichst so wiedergegeben werden, wie sie vor Ort wahrgenommen wurden. Gleichzeitig können Kontraste, Tonwerte und Farbnuancen gezielt eingesetzt werden, um die gewünschte Bildwirkung zu verstärken.

Vom Shooting bis zum fertigen Bild

Professionelle Fotografie besteht deshalb nicht nur aus dem eigentlichen Shooting. Von der ersten Selektion über die RAW-Entwicklung in Lightroom bis zur detaillierten Retusche in Photoshop durchläuft jedes finale Bild mehrere Arbeitsschritte.

Am Ende entstehen keine unbearbeiteten Einzelaufnahmen, sondern eine sorgfältig ausgewählte und professionell bearbeitete Bildserie mit einer einheitlichen Bildsprache. Genau diese Kombination aus fotografischer Aufnahme, technischer Bildentwicklung und natürlicher Retusche sorgt dafür, dass Bilder langfristig professionell eingesetzt werden können.

Individuelle Bildbearbeitung und persönlicher Stil

Wie eine Bildserie am Ende bearbeitet wird, hängt jedoch immer auch von den Wünschen und Vorstellungen des Kunden ab. Je nach Unternehmen, Marke, Einsatzbereich oder bestehendem Corporate Design kann die Bildbearbeitung deshalb individuell angepasst werden. Von einer sehr natürlichen und zurückhaltenden Bearbeitung bis hin zu einem kontrastreicheren oder stärker definierten Look.Dabei ist wichtig zu berücksichtigen, dass Bildbearbeitung bis zu einem gewissen Grad immer auch Geschmacksache ist. Farben, Kontraste, Helligkeit und die allgemeine Tonalität eines Bildes können von verschiedenen Personen unterschiedlich wahrgenommen und bevorzugt werden.
Auch jeder Fotograf entwickelt mit der Zeit einen eigenen Bearbeitungsstil und eine individuelle Bildsprache. Genau das ist ein wichtiger Bestandteil der Fotografie. Es gibt nicht den einen richtigen Look, der für jedes Unternehmen und jede Aufnahme für jeden Fotografen funktioniert.
Entscheidend ist vielmehr, dass der fotografische Stil, die Bildbearbeitung und die Vorstellungen des Kunden zusammenpassen. Deshalb kann die Bearbeitung bei jedem Projekt individuell abgestimmt werden, damit am Ende eine Bildwelt entsteht, die sowohl professionell als auch authentisch zum jeweiligen Unternehmen passt.