Blog Business Portrait
Die häufigsten Fehler bei Businessportraits
Fast jedes Unternehmen hat heute Businessportraits. Ob auf der Webseite, auf LinkedIn, in Präsentationen oder in Medienmitteilungen. Trotzdem wirken viele Bilder erstaunlich ähnlich und leider oft auch austauschbar.
Nach vielen Jahren als Businessfotograf in Zürich sehe ich immer wieder dieselben Fehler. Unternehmen unterschätzen häufig, wie stark Bilder die Wahrnehmung eines Unternehmens beeinflussen.
1. Zu stark gestellte Bilder
Meiner Meinung nach einer der häufigsten Fehler.
Menschen stehen vor einer Wand und verschränken die Arme. Dabei lächeln sie automatisch auf Kommando. Das Problem dabei ist, dass die erstellten Fotos nicht authentisch wirken. Gerade heute erkennen Kunden, Bewerber und Geschäftspartner sehr schnell, ob ein Bild natürlich oder inszeniert wirkt. Die Kunst ist, ein gutes Businessportrait zu erstellen, welches Professionalität, Authentizität und Nähe zeigt, ohne künstlich zu wirken.
Die besten Bilder entstehen oft in den ersten Sekunden nach oder vor einer Pose und nicht während der Pose selbst.
2. Der Hintergrund wird vergessen
Viele achten ausschliesslich auf die Person, dabei ist der Hintergrund genauso aussagekräftig wie das Portrait selbst. Ein moderner und heller Arbeitsplatz, eine Produktionshalle, ein Showroom oder ein Architekturdetail können zusätzliche Informationen vermitteln und das Foto aufwerten. Ein unruhiger Hintergrund dagegen lenkt vom Wesentlichen ab, der Person. Gute Businessfotografie reduziert Ablenkungen und lenkt den Blick auf die Person direkt.
3. Veraltete Mitarbeiterfotos
Viele Unternehmen investieren viel Geld in ihre Website, was grundsätzlich eine gute Entscheidung ist. Die Mitarbeiterfotos jedoch gehen dabei oft vergessen oder sind veraltet und entsprechen nicht mehr der heutigen Zeit. Manchmal sind sogar ehemalige Mitarbeitende zu sehen, welche seit vielen Jahren gar nicht mehr im Unternehmen arbeiten. Für Kunden wirkt das schnell inkonsistent.
Professionelle Unternehmensfotografie sollte regelmässig aktualisiert werden. Dabei meine ich nicht jeden Monat, aber regelmässig genug, damit das Unternehmen heute zeigt, wer es heute ist.
4. Zu wenig Einheitlichkeit
Besonders bei wachsenden Unternehmen sehe ich das häufig.
Viele Portraits sind bereits veraltet, die Fotos werden in 4 verschiedenen Räumen mit 4 verschiedenen Lichtverhältnissen und 4 verschiedenen Hintergründen aufgenommen. Und dann komme ich als professioneller Fotograf für Neueintritte direkt ins Office vorbei. Dabei entstehen nebst den selbst erstellten oder alten Fotos, neue professionelle Aufnahmen. Dabei gehen die alten bestehenden Bilder, welche auch neu erstellt werden sollten, oft vergessen. Jedes Bild erzählt eine andere Geschichte, was extrem unruhig wirkt. Eine konsistente Bildsprache schafft Vertrauen und Professionalität. Gerade bei Teams wird dieser Unterschied sofort sichtbar, insbesondere auf der Webseite.
5. Das Licht wird unterschätzt
Gutes Licht ist nicht einfach ein technisches Detail. Das Licht entscheidet über die Wirkung eines Bildes und es kann Kompetenz, Offenheit, Dynamik oder Ruhe vermitteln. Viele schlechte Businessportraits sind nicht wegen der Person schlecht, sondern wegen schlechten Lichtverhältnissen vor Ort. Deshalb investieren professionelle Fotografen oft mehr Zeit in das Licht als in die Kamera selbst.
6. Das Bild zeigt nicht die Persönlichkeit
Der vielleicht wichtigste Punkt für mich: Ein Businessportrait soll nicht nur zeigen, wie jemand aussieht oder wo die Person arbeitet. Es soll vermitteln, wer diese Person ist.
Menschen kaufen von Menschen. Vertrauen entsteht nicht durch perfekte Technik. Vertrauen entsteht durch Persönlichkeit. Genau deshalb unterscheiden sich starke Businessportraits von gewöhnlichen Mitarbeiterfotos.
Mein Fazit:
Professionelle Businessportraits sind heute weit mehr als ein Pflichtprogramm. Sie sind oft der erste Kontaktpunkt zwischen Unternehmen und potenziellen Kunden, Bewerbern oder Geschäftspartnern.
Wer hier authentisch, professionell und glaubwürdig auftritt, schafft einen Vorsprung, bevor überhaupt ein erstes Gespräch stattfindet.
Die Kamera macht dabei nur einen kleinen Teil aus. Entscheidend sind Menschen, Licht, Bildsprache und die Fähigkeit, Persönlichkeit sichtbar zu machen.



